Logo DNV e.V.  
 
Logo DNV e.V.
 
Zum Info-Brief
PDF-Download DNV Jahrbuch 2016/17
Empfehlung: Arbeitskreis „Entwicklung der Verkehrsströme unter strukturellen Aspekten“ | Wilhelmshaven, 16. August 2013, Arbeitskreis 34. Seeschifffahrtstag

Logo SeeschifffahrtstagGlobaler Handel bietet deutschen Seehäfen und den Küstenländern mittelfristig wieder sichtbare Wachstumspotentiale. Gleichzeitig werden die Engpässe in der Infrastruktur immer deutlicher. Es ist bereits jetzt abzusehen, dass dieses ohne schnelles politisches Handeln zu Risiken in der volkswirtschaftlichen Entwicklung führen wird.

Ein sicherer Kurs für die Schifffahrt bedeutet Navigieren unter Berücksichtigung von Marktveränderungen, weiter zunehmenden Schiffsgrößen, technologischen Entwicklungen und anspruchsvollen Kundenanforderungen. Insbesondere weitergehende Umwelt- und Sicherheitserfordernisse sowie erkennbare Klimaveränderungen werden zu Verschiebungen der Verkehrsströme führen.

Vor diesem Hintergrund wird empfohlen:

  1. Ein klares Bekenntnis der Politik zur maritimen Wirtschaft und zu den deutschen Seehäfen über Länderinteressen hinweg im Sinne einer einheitlichen Verkehrspolitik und der Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Die maritime Wirtschaft ist die Aorta der deutschen und europäischen Volkswirtschaft.

  2. Es sind verlässliche politische Entscheidungen bei der Entwicklung und Durchsetzung neuer maritimer Märkte und Geschäftsfelder (wie z.B. Offshore-Industrie) sicherzustellen.

  3. Die neue politische Zielsetzung bei der Umsetzung der Energiewende erfordert Investitionen auch in der maritimen Wirtschaft insbesondere auch zur Sicherstellung von Arbeitsplätzen. Die finanziellen Risiken bei der Sicherstellung der Leistungsfähigkeit von Reedereien, Werften und Häfen sind bundespolitisch mit zu tragen.

  4. Die Seehäfen sind noch besser an das Hinterland anzubinden, indem Trassenkapazitäten ausgebaut und die vorhandene Infrastruktur Instand gehalten sowie besser ausgenutzt wird. Ebenfalls sind entsprechend die seeseitigen Zuläufe zeitgemäß und zukunftsorientiert anzupassen. Das norddeutsche Güterverkehrsnetz insbesondere auch der Nord-Ostsee- Kanal muss erhalten und ausgebaut werden.

  5. Die Partner in der logistischen Kette müssen enger integrativ vertaktet werden. Mutig sollen neue flexible Kooperationsmodelle erprobt und die Zusammenarbeit und das Management maritimer Logistik-Cluster weiterqualifiziert werden („Köpfe zusammenstecken„).

  6. Es sollen Informations-Management-Systeme entwickelt und bereit gestellt werden mit dem Ziel, die Flexibilität in der maritimen Versorgungskette („atmende Supply-Chain“) zu beherrschen, etwa um Ladungsströme rechtzeitig anzukündigen.

  7. Innovation ist durch Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft weiter zu forcieren, etwa im Zusammenhang mit neuen Steuerungs-formen für Transport- und Verkehrsströme: Maritime Logistik 2.0.

Wilhelmshaven, 16. August 2013