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Schlussfolgerungen aus dem Untergang des FK „Condor“ | Hamburg, 06. Dezember 2017, Pressemeldung

Der Deutsche Nautische Verein (DNV) empfiehlt zur Verbesserung der Sicherheitslage von Fischereifahrzeugen eine Reihe von Maßnahmen als Lehre aus dem Untergang des Fischkutters „Condor“.

Am 6. Februar 2016 sank vor Fehmarn der Fischkutter Condor. In der drei Grad kalten Ostsee ertranken dabei um die Mittagszeit zwei Fischer, die zuvor ca. drei Tonnen Fisch gefangen und an Deck gestaut hatten.

Die Seeleute trugen keine Rettungs- oder Arbeitswesten. Weder die an Bord befindliche Rettungsinsel noch die Notfallbake (EPIRB) sind aufgeschwommen.

Obwohl die Fischer ihr Kommen bei Kollegen bereits für 12.30 Uhr angekündigt hatten, wurden die zuständigen Stellen erst am frühen Abend gegen 17.30 Uhr informiert und die Suche eingeleitet.

Dieser Unfall offenbart – leider nicht zum ersten Mal – erhebliche Sicherheitsprobleme im Bereich der Fischerei.

Zur Verbesserung der Sicherheitslage in diesem Bereich empfiehlt der Deutsche Nautische Verein:

  1. Aus – und Fortbildung in der Fischerei
    Stabilitätsbeeinträchtigende Beladung oder Veränderung von Fischereifahrzeugen muss ein wichtiges Thema in der Ausbildung künftiger Fischer sein. Die bestehenden Ausbildungsgänge sind in diesem Hinblick zu überprüfen, anzupassen und zu ergänzen. Durch geeignete Informationen wie z.B. Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Vorträge auf Veranstaltungen oder Messepräsenz sollten alle Fischer durch die Zuständigen – wie z.B. die BG Verkehr - für diese Problematik sensibilisiert werden.

  2. Anbringung von Notfallbaken (EPIRPs)
    Notfallbaken müssen so angebracht werden, dass sie im Notfall zuverlässig, auch bei Kenterung mit ausgebrachtem Fanggeschirr oder anderen, fischereispezifischen Unfallszenarien aufschwimmen können.

  3. Verkürzung der Reaktionszeit im Notfall
    Gemeinsam mit allen Beteiligten und Interessierten wie Fischereiverbänden, Küstenländern und den örtlichen Genossenschaften der Küsten- und Kleinen Hochseefischerei, sollten praxisgerechte Wege gefunden werden, die Reaktionszeit zwischen Unglückszeitpunkt und Beginn der Such- und Rettungsmaßnahmen z.B. durch die Einrichtung von Meldestellen erheblich zu verkürzen.

  4. Persönliche Schutzausrüstung
    Der DNV empfiehlt bei den Fischfangarbeiten das ständige Tragen von persönlicher Schutzausrüstung, insbesondere von Rettungswesten, mit AIS-basierten persönlichen Notsendern (AIS-SART) und geeigneter Schutzkleidung, z.B. Kälteschutzanzug, Jacken mit integriertem Kälteschutz („Beaver-Tail“) und anderen, in der maritimen Wirtschaft bewährten Lösungen gegen Unterkühlung.