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DNV-Position zur geplanten Erweiterung der besonders empfindlichen Meeres-gebiete (PSSA) | Hamburg, 11. Februar 2010

Der Deutsche Nautische Verein lehnt die geplante Erweiterung des besonders empfindlichen Meeresgebietes (Partiular Sensitive Sea Area - PSSA) in der Nordsee ab. Mit großer Sorge verfolgt der Deutsche Nautische Verein (DNV) die Vorbereitungen der trilateralen Konferenz von den Niederlanden, Dänemark und Deutschland zum Schutz des Wattenmeeres, die im März 2010 geplant ist. Z.Z. befindet sich eine Mini-stererklärung zwischen dem federführenden BMU und BMVBS in der Ressortab-stimmung, in der u.a. um die Erweiterung des bestehenden PSSA (Particular Sensitive Sea Area - besonders empfindliches Meeresgebiet) geht.

Der Antrag im Jahr 2001, das gesamte Wattenmeer als PSSA (ohne Hafenzufahrten) anzumelden, wurde seitens der IMO 2002 entsprochen. Die IMO hatte dies nicht mit associated protective measures verbunden, da durch das bestehende Verkehrssicherheitskonzept in Deutschland keine signifikanten Sicherheitsprobleme erkannt wurden.
Zwischenzeitlich hat die Universität Southampton das PSSA untersucht und kam dabei u.a. zu Empfehlungen zur Weiterentwicklung des PSSA, wie:

  • Ausdehnung über alle Hafenzufahrten
  • Neuer Verkehrsweg gefordert aus Deutscher Bucht Richtung Norden
  • Ausdehnung auf 12 sm - Zone ohne dabei den Bedarf und das Risiko zu beschreiben.

Mit der Ausweisung als PSSA besteht die Gefahr, dass „associated protective measures“ eingeführt werden, soweit nicht bereits ausreichende Maßnahmen bestehen. Associated protective measures können die Einrichtung von „areas to be avoided“, Verkehrstrennungsgebieten, Lotsenannahmepflichten u.a. bedeuten, die NGOs wieWWF bereits 2001 gefordert haben (siehe Konzept des WWF: Schutz des Wattenmeeres vor Schiffsunfällen durch Einrichtung eines „PSSA“ Wattenmeeres aus dem Jahr 2000). Rotterdam als größter Seehafen Europas liegt außerhalb des derzeitigen PSSA und würde dies auch nach dem Vorschlag zur Ausweitung bleiben. Die Niederlande haben gegen die Ausweitung des PSSA auf die deutschen Hafenzufahrten nicht widersprochen.

Seitens des DNV besteht deshalb Anlass zur Sorge, dass neben den mit der Einrichtung eines PSSA verfolgten Umweltschutzaspekten auch wirtschaftliche Aspekte im Zusammenhang mit den konkurrierenden Seehäfen in der Nordsee eine entscheidende Rolle spielen.

Der DNV befürchtet einen beträchtlichen Wettbewerbsnachteil mit weit reichenden Folgen für die deutschen Seehäfen, sollte der Bundesumweltminister nicht auf die nachvollziehbaren Bedenken eingehen. Der DNV erwartet von der Bundesregierung, dass in der trilateralen Wattenmeerkonferenz zunächst eine Risikoanalyse vereinbart wird, um darauf aufbauend das PSSA Nordsee weiter zu entwickeln.